Auch wenn man glauben könnte, mit dem Abschluss eines Doppel-Flatrate Internetvertrages kann man unbegrenzt surfen und telefonieren, ist das ein Trugschluss. Aber das ist nicht der einzige Falschglaube, mit dem Internet-Kunden in die Fänge der Provider gelockt werden. Welche fiesen Tricks in diesem Bereich von den Internetanbietern angewendet werden, verraten wir Ihnen hier:

Kostenfallen machen die Wahl des richtigen Internet-Anschlusses schwer

Bei der Doppel-Flatrate muss man genauer hinsehen, denn auf den zweiten Blick merkt man schnell, dass man keine echte und grenzenlose Flat erhalten hat. Viele Verträge beinhalten eine Drosselung nach dem Verbrauch bestimmter Datenmengen. Danach geht es nur noch in Modem-Geschwindigkeiten aus vergangenen Zeiten weiter. Aber auch andere Kostenfallen sollte man hier nicht übersehen. So zum Beispiel, wenn man oft ins Ausland telefonieren muss. Eine Doppel-Flatrate beinhaltet normalerweise Internet und Festnetztelefonie. Sie deckt die meisten Kosten ab. Nicht enthalten in den Kosten sind aber oft Telefonate ins Mobilfunknetz oder ins Ausland. Bei den Handytelefonaten findet man preislich keine großen Unterschiede. Im Bereich der Auslandsgespräche aber gibt es große Differenzen, die man kennen sollten, wenn man viel mit dem Ausland telefoniert. Minutenpreise von einem Euro und mehr für Auslandsgespräche sind definitiv zu hoch, denn bei zwei Stunden im Monat summieren sich die Kosten dann schnell auf 100 Euro zusätzliche Telefonkosten. Es gibt Anbieter, die eine zusätzliche „International-Flatrate“ bieten, die bei 3,90 Euro Zusatzkosten liegt. Dabei muss nicht einmal auf die Zeit geachtet werden. Vorsicht ist auch geboten, bei den Ländern, die mit solch einer Flat angerufen werden können. Nicht immer sind alle Länder der Erde enthalten.

Weitere fiese Fallen, auf die man nicht hereinfallen, sollte

Viele fiese Tricks würden uns nicht einmal in den Kopf kommen. Der „Routerzwang“ ist ein Schlagwort in diesem Fall. Das bedeutet, der Router ist mit einer festgelegten Konfiguration ausgestattet. Der Kunde hat keine Alternative, sondern ist auf diesen Router angewiesen. Die Zugangsdaten hat nur der Anbieter. Hier besteht immer noch rechtlicher Klärungsbedarf, ob das überhaupt sein darf. Die Bundesnetzagentur ist dabei die Frage zuklären, ob der Router zwangsläufig mit dem Netz des Providers gekoppelt sein darf. Entscheidet sich ein Kunde über Kabel-Anschluss, wird er den Routerzwang als gängige Praxis erleben. Router wie die Cable-Fritzbox von AVM gibt es zum Beispiel auf dem freien Markt nicht einmal zu kaufen. Mit dieser Beschränkung sind dann auch Restriktionen der Provider verbunden. So kann zum Beispiel ein weiterer VoIP-Telefonanschluss mit dem Kabelmodem nicht genutzt werden. Andere Einschränkungen erfolgen durch ein sogenanntes Provisioning. In diesem Fall konfiguriert der Provider den Router aus der Ferne. Der Anschluss ist sofort einsatzbereit und man muss keine Daten eingeben, um den Router betriebsbereit zu machen. Die Zugangsdaten behalten auch hier einige Provider für sich. Das bedeutet, dass man auch hier wieder an den zur Verfügung gestellten Router gebunden ist. Der Anbieter kann von außen dann willkürlich normalerweise verfügbare Dienste aussperren. Wenn Sie flexibel bleiben wollen, lassen Sie sich vom Provider im Vertrag schriftlich bestätigen, dass Sie einen frei konfigurierbaren Router erhalten, der mit keinerlei Beschränkungen belegt ist. Auch wenn es sich um ein Gratis-Paket handelt, ist nicht immer alles kostenlos Viele Provider bieten „Gratis“-Sicherheitspakete an, vergessen aber oft zu erwähnen, dass sie nur für die ersten Wochen kostenlos sind. Danach wird eine monatliche Pauschale berechnet. Solche Angebote sind oft voreingestellt und die Kunden denken nicht daran, sie zu deaktivieren. Meist fällt das erst bei der nächsten Rechnung dann auf. Dienstleistungen, die man nicht benötigt, sollte man sich bei Vertragsabschluss auch nicht unterschieben lassen. Manche Angebote können aber auch recht sinnvoll sein, wie zum Beispiel zusätzliche SIM-Karten, Speed-Updates oder Kindersicherungen. Auslands-Flat und andere Angebote können sogar helfen, Geld zu sparen. Bei allen Zusatzoptionen sollte man bei Vertragsabschluss vorsichtig sein und jedes Angebot genau hinterfragen. Auch die Sternchen im Vertrag oder die unzähligen Fußnoten haben es in sich und sollten genau abgeklärt werden.

Problemen mit dem Provider beim Anschlusswechsel über Bundesnetzagentur klären

Die Bundesnetzagentur gilt als eine Art Aufsichtsbehörde und hilft gerne, wenn es zum Beispiel um Probleme beim Anbieterwechsel geht. Durch das Telekommunikationsgesetz aus dem Jahr 2012 werden die Kunden geschützt und ihre Rechte gewahrt. Dort sind Vorschriften verankert, dass die Unterbrechung beim Wechsel zu einem anderen Provider nicht länger als ein Tag dauern darf. Auch der Seite der Bundesnetzbehörde gibt es hilfreiche Tools bei Problemen.

Auch beim Umzug hat der Kunde jetzt festgelegte Vorgaben

Durch die TKG-Novellierung ist einem Umzug auch die rechtliche Situation mit dem Provider geregelt. Telekommunikationsverträge können ohne eine Änderung der Laufzeit der Verträge mitgenommen werden, wenn man beim selben Provider bleibt. Ein neuer Vertrag muss also nicht abgeschlossen werden. Voraussetzung ist allerdings, dass der Anbieter auch am neuen Wohnort dieselben Leistungen bieten kann. Den Aufwand darf sich der Anbieter bezahlen lassen. Allerdings nur bis zum maximalen Betrag, den ein Neuanschluss kosten würde. Ist eine Leistung nicht möglich, hat der Kunde ein Sonderkündigungsrecht von drei Monaten. Verträge ohne Laufzeit werden mit der vereinbarten Kündigungsfrist beendet.
Gemeine Fallen beim Abschluss neuer Internetverträge
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Andre

André ist Inhaber von DSLVergleich.net. Er ist mit dem Internet aufgewachsen und trotzdem noch fast normal geblieben. Folgen Sie ihm auf Twitter unter @andreriechert

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