DSLVergleich.net erklärt: LTE fürs Zuhause

Das mobile Internet ist durch die LTE-Technik zu einer echten Alternative für den Internetanschluss über das Festnetz geworden. Bis auf wenige weiße Flecken ist das LTE-Netz in Deutschland flächendeckend ausgebaut. Damit rückt die Technik insbesondere im ländlichen Raum in den Fokus von Internetkunden. Denn dort sind trotz Breitbandinitiative und Ausbau der beschleunigenden Vectoring-Technik selten
ausreichend schnelle DSL-Leitungen vorhanden. Selbst mäßige 16 MBit/s sind für einige Regionen ein Traum. Mit LTE dagegen können die Kunden je nach Anbieter eine Bandbreite von 100 MBit/s und mehr erzielen. Allerdings müssen Sie als Kunde bei LTE-Tarifen fürs Zuhause Besonderheiten beachten.

Internet per LTE: besonderer Router erforderlich

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die benötigte Hardware. Um LTE in der Wohnung empfangen zu können, ist ein besonderer LTE-Router erforderlich. Dieser sendet und empfängt einerseits die Datenpakete per Funk in das Mobilfunknetz, andererseits übergibt er sie per WLAN oder LAN an die Endgeräte im Haus.

LTE-Router sind relativ teuer. Möchten Sie keinen eigenen Router kaufen, können Sie optional bei den LTE-Anbietern ein Gerät mieten. Dabei entstehen in der Regel monatlich Zusatzkosten, die sich nach und nach auf erhebliche Summen addieren können.

Der LTE-Router und die Störanfälligkeit durch Wettereinflüsse sind zugleich die Schwachstelle im System der DSL-Ersatztechnik. Denn das Gerät baut einen Funkkontakt auf. Das bedingt eine gute Netzverfügbarkeit und einen guten Standort. Ist der nächste Funkmast relativ weit weg oder stellen Sie den Router nicht optimal in Fenster- oder Dachnähe auf, kann es zu Verbindungsabbrüchen oder Bandbreiteneinbußen kommen. In solchen Fällen können Zusatzantennen helfen, die Sie ähnlich wie Fernsehantennen am Haus oder auf dem Dach anbringen.

Reicht eine normale Handy-Datenflatrate für zu Hause?

Bei LTE-Angeboten für zu Hause geht es nicht um eine einfache mobile Datenflatrate, die den Internetanschluss ersetzt. Denn die meisten Datentarife sind dafür nicht üppig genug ausgestattet bzw. zu teuer. Vielmehr handelt es sich um besondere Angebote weniger Mobilfunkanbieter, die spezielle DSL-Ersatztarife über das LTE-Netz im Programm haben. Diese beinhalten ein deutlich größeres Datenvolumen, das sich für Sie bei einem normalen Gebrauch des Internets bereits lohnt.

Sind Sie dagegen Wenigsurfer und beschränken sich auf E-Mails und Infosuche, reicht vielleicht auch eine mobile Flatrate aus. In diesem Fall müssen Sie sich jedoch auf ihr Gerät beschränken oder dieses als Hotspot einrichten, um darüber ein heimisches WLAN zu bilden.

UMTS 1 MBit/s
DSL 10 MBit/s
HSDPA 30 MBit/s
VDSL 40 MBit/s
LTE 90 MBit/s
LTE ( CAT 4) 140 MBit/s
LTE Adv. 300 MBit/s

LTE als DSL-Ersatz: Achten Sie auf das Datenvolumen

Ein ganz entscheidender Punkt beim Vergleich für LTE-Tarife für zu Hause ist das Datenvolumen. Wenn Sie allein, mit Partner oder als Familie regelmäßig im Internet surfen, E-Mails abrufen, Videos ansehen oder Musik konsumieren, schnellt der Datenverbrauch rasant in die Höhe. Online-Games und TV-Streaming aus der Mediathek belasten zusätzlich das Datenkontingent.

Die LTE-Ersatztarife für den Internetanschluss beinhalten nämlich wie die mobilen Datenflatrates ein maximales Datenvolumen. Überschreiten Sie dieses, drosselt der Anbieter Ihre Bandbreite. Je nach Anbieter und Tarif können das bis zu 1 MBit/s sein oder eine Bandbreite deutlich darunter. Mit diesem langsamen Datenfluss

haben Sie gegenüber einem DSL-Anschluss über das Festnetz nichts gewonnen. Daher lohnt sich ein LTE-Internet-Tarif für Sie nur dann, wenn das Datenvolumen zu Ihrem Surfverhalten passt und Sie eine Drosselung vermeiden können.

Einige Tarife enthalten Optionen zum Nachbuchen von Datenpaketen. Solche Optionen sind für Sie in Ausnahmefällen eine echte Hilfe. Wenn Sie beispielsweise kurz vor Monatsende das Datenvolumen ausschöpfen, können Sie ein Zusatzpaket buchen und die Geschwindigkeit ändert sich nicht. Allerdings entstehen dabei weitere Kosten. Sobald diese Ausnahme zur Regel wird, wird der LTE-Internetanschluss zu teuer.

Vodafon & Telekom
  • VF 7200 & C&S S 16.000
  • VF 21.600 & C&S M 50.000
  • VF 50.000 & C&S L 100.000

Alternative: Hybrid-DSL

Eine echte Alternative zu Internet per LTE ist Hybrid-DSL. Dabei handelt es sich um einen Festnetzanschluss, dessen geringe Bandbreite mit einer zusätzlichen LTE-Anbindung stark beschleunigt wird. Es ist tatsächlich eine Mischung aus DSL und LTE. Der besondere Vorteil von Hybrid-DSL ist der Wegfall des maximalen Datenvolumens. Das heißt: Anders als bei reinen LTE-Anschlüssen müssen Sie keine Drosselung der Geschwindigkeit befürchten. Der Nachteil: Es gibt kaum Angebote.

Die Telekom nutzt derzeit verstärkt Hybrid-DSL, um im ländlichen Raum fehlende Bandbreiten im Festnetz auszugleichen. Voraussetzung ist ein DSL-Anschluss mit einer tatsächlichen Bandbreite von wenigstens 384 kBit/s. Die Technik lohnt sich zugleich nur unterhalb einer Festnetzbandbreite von maximal 16 MBit/s sowie bei einer guten LTE-Verfügbarkeit des jeweiligen Anbieternetzes.

  • Kunde lädt Daten hoch und runter
  • Speedüprt Hybrid verteilt automatisch Daten mit erster Priorität auf Festnetz und zweiter Priorität auf Mobilfunk.
  • Bei Mehrbedarf an Leistung schaltet der Router das LTE Netz automatisch hinzu, ohne das der Kunde aktiv werden muss.

Vor- und Nachteile von LTE-Internet

  • große Bandbreite möglich
  • nahezu flächendeckend verfügbar
  • Anfällig für (Funk-) Störungen
  • besonderer Router erforderlich
  • Drosselung nach Erreichen des Datenvolumens

LTE für zu Hause: Sparen Sie mit Kombiangeboten

Bei der Suche nach einem geeigneten Tarif, sollten Sie auf Kombinationsangebote achten. Denn LTE für zu Hause ist zusammen mit einem Festnetzanschluss oder einem besonderen Mobilfunktarif besonders günstig. Vergleichen Sie daher sehr genau die Details einzelner Tarife sowie von Kombi-Deals. Sie können so möglicherweise viel Geld sparen.