EU beschränkt Geoblocking

Der Ministerrat der Europäischen Union hat am 8. Juni 2017 einer Verordnung zugestimmt, die das Geoblocking bei kostenpflichtigen Online-Mediendiensten wie Netflix und Spotify erheblich einschränkt. Portale, die Musik, Videos, Online-Games oder E-Books anbieten, begrenzen die Zugriffsmöglichkeit aus urheberrechtlichen Gründen häufig auf das Wohnsitzland des Nutzers. Dem will die Europäische Union mit ihrer „Verordnung zur grenzüberschreitenden Portabilität von Online-Inhaltediensten im Binnenmarkt“ ein Ende bereiten.

Grenzenloser Zugriff bei vorübergehendem Auslandaufenthalt

Künftig sollen Abonnenten während eines zeitweiligen Aufenthalts in einem anderen EU-Mitgliedsstaat dieselben Inhalte abrufen können wie zu Hause. Wie lange ihnen die Anbieter den Zugriff aus dem europäischen Ausland gewähren müssen, legt die Portabilitätsverordnung nicht fest. Die Rede ist jedoch von Urlaubs- und Geschäftsreisen sowie von zeitlich begrenzten Studienaufenthalten. Schlaumeier unter den Nutzern können in Zukunft allerdings nicht einfach das Land als Wohnsitz angeben, in dem ihnen die größte Auswahl an Inhalten zur Verfügung steht. Denn Netflix und Konsorten sind verpflichtet, die Angabe anhand von Personalausweis, Kreditkartendaten oder anderen Informationen zu verifizieren.

Kostenlose Angebote: Geoblocking bleibt erlaubt

Für Anbieter kostenloser Inhalte sind die neuen Regeln nicht verbindlich. So dürfen etwa die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten Zugriffe aus dem Ausland weiterhin blockieren. Die EU-Verordnung gilt ab dem ersten Quartal des nächsten Jahres. Sie entfaltet ihre Wirkung direkt und muss nicht erst in nationales Recht umgesetzt werden.
Netflix und Co. grenzenlos genießen
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Andre

André ist Inhaber von DSLVergleich.net. Er ist mit dem Internet aufgewachsen und trotzdem noch fast normal geblieben. Folgen Sie ihm auf Twitter unter @andreriechert

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