Vorteile einer Open Source Router Firmware – eine Übersicht

WLAN-Router funktionieren durch eine bestimmte Software: die Firmware. Dabei handelt es sich vereinfacht gesagt um das Betriebssystem des Gerätes. Ohne die Firmware wäre das Gerät nicht in der Lage, verschiedene Clients (Endgeräte) zu vernetzen bzw. mit dem Internet zu verbinden. Das Programm stellt eine Verbindung zur DSL-Leitung her, bietet einen passwortgeschützten Zugang in das so aufgebaute WLAN und erstellt die erforderliche technische Infrastruktur. Erst die Firmware sorgt dafür, dass sich die Nutzer mit ihrem Endgerät in das WLAN einklinken und Daten über das Internet oder innerhalb des Netzwerkes versenden können.

Zu unterscheiden ist eine Open-Source-Firmware für Router und eine Closed-Source-Firmware. Üblicherweise sind Geräte mit einer Closed-Source-Firmware des Herstellers ausgestattet. Doch Open-Source-Firmware bietet einige leistungsstarke Vorteile. Das klingt nach technischem Kauderwelsch? Wir klären Sie auf, was das alles bedeutet und bieten einen Überblick über die verschiedenen erhältlichen Open-Source-Firmwares für WLAN-Router.

Vorteile von Open-Source-Software für Router

Eine quelloffene, nicht vom Hersteller abhängige Firmware hat entsprechend Vorteile. Die stetige Weiterentwicklung ist garantiert(er), es gibt also länger Updates. Hinzu kommen technische Vorteile für versierte Nutzer. Diese können viele Details selbst anpassen oder Zusatzfunktionen in die Router-Software integrieren. Zu diesen allgemeingültigen und speziellen Vorteilen gehören unter anderem die folgenden Punkte:

  • länger regelmäßige Updates,
  • Code ist anpassbar,
  • Informationen zum Netzwerkstatus häufig umfassender,
  • verbesserte Benutzeroberfläche,
  • VPN-Integration (OpenVPN, PPTP, & L2TP Client/Server),
  • Zugriff auf IP-Tabellen der eingeloggten Geräte,
  • Unterstützung für VLAN (Virtual LAN),
  • leistungsstärkeres Caching,
  • Wake-on-LAN – Remote-Netzwerkzugriff,
  • auch ältere Geräte unterstützen moderne IPV6-Adressen,
  • dynamische DNS (DDNS),
  • DNS-Forwarder,
  • Telnet- und SSH Unterstützung möglich,
  • integrierte Radius-Authentifizierung,
  • Wi-Fi Hotspots lassen sich integrieren,
  • verbesserte Netzwerkstabilität,
  • volle Kontrolle über das Netzwerk-Routing.

Router-Firmware im Vergleich: Welche Open-Source-Angebote gibt es?

Open-Source-Firmware für einen Router kann aus verschiedenen Gründen eine gute Wahl sein. Das zeigen die vielen allgemeinen und sehr speziellen Vorteile dieser Software. Welche Firmware Interessierte ausprobieren sollten, hängt von den individuellen Präferenzen und den technischen Anforderungen ab. Die Auswahl ist groß, wie eine Liste mit einigen der bekannten Open-Source-Firmwares für Router zeigt.

Die besten Firmwares für Ihren Router

DD-WRT ist eine der bekanntesten und verbreitetsten Router-Firmware überhaupt. Viele Hersteller haben diese Software als Basis für eigene Weiterentwicklungen genutzt. Daher ist ein Umstieg auf dieses Programm besonders einfach. Die Verbreitung bedeutet jedoch auch, dass es je nach Distribution von DD-WRT zum Teil erhebliche Unterschiede in der Funktionalität der linuxbasierten Firmware gibt. Die Firmware läuft auf mehreren hundert Routern und unterstützt alle WLAN-Standards sowie unter anderem VPN, Multi-Hotspots und ein starkes Bandbreiten-Management.

OpenWrt ist eine besondere Firmware-Distribution. Nutzer können vorkonfigurierte Pakete für ihre Geräte herunterladen und mit einigen mitgelieferten Tools sinnvoll für die eigenen Zwecke konfigurieren oder durch optionale Pakete erweitern. Unter anderem lassen sich Mesh-Netzwerke aus mehreren (mobilen) Geräten auf Knopfdruck herstellen. Die Software ermöglicht nahezu alle Wünsche, allerdings ist häufig eine intensive Beschäftigung mit den Einstellungen erforderlich. Durch diese besondere Flexibilität ist OpenWrt eine Firmware für erfahrene Nutzer. Ableger wie Gargoyle und LEDE sind für Einsteiger leichter zu bedienen.

Tomato ist stark verbreitet und mit DD-WRT verwandt und eine Nachfolgesoftware zu HyperWrt. Die Software besticht durch eine Vielzahl professioneller Funktionen und einer großen Anzahl unterstützter Geräte. Die Firmware lässt sich komfortabel über einen USB-Anschluss installieren. Zu den Funktionen zählen unter anderem Limitierungen von Bandbreiten und Datenmengen, sichere Zugriffe via Telnet und SSH, ausgefeiltes Monitoring, VLAN, sichere Zugänge mit Passwörtern, konfigurierbare Oberflächen. Allerdings ist Tomato etwas in die Jahre gekommen. Es wird zukünftig nicht mehr für alle Geräte Updates geben.

DebWrt basiert auf OpenWrt und enthält eine Debian-Installation. Es gibt anders als bei den meisten Firmwares keine webbasierte Oberfläche, sondern die Software wird direkt auf das Gerät installiert und mit Kommandocodes konfiguriert. DebWrt bietet viele Einstellungsmöglichkeiten und ist insbesondere für private WLAN und VLAN eine Alternative zu anderen Open-Source-Firmwares. Zielgruppe sind technisch versierte Nutzer.

6 weitere Alternativen im Überblick

Commotion Wireless ist als „internet in a suitcase“ bzw. „Koffer-Internet“ bekannt. Die US-Regierung hat das noch junge Projekt unterstützt. Ziel ist es, mit einem Mesh-Netzwerk in kürzester Zeit ein mobiles WLAN einzurichten, über das viele Nutzer gleichzeitig Daten verschicken und empfangen können. Die Software basiert zum Teil auf OpenWrt und ist nicht auf Router beschränkt.

Gargoyle ist eine Firmware, die ihre Stärke in der Usability hat. Klare Menüstrukturen und aussagekräftige Grafiken erleichtern den Einstieg. Die Software basiert auf OpenWrt und ist einfach zu konfigurieren. Sie unterstützt insbesondere ein feines Bandbreiten-Management, Limitierungen von Datenströmen, einen gleichberechtigtem Zugriff aller Geräte im Netzwerk sowie eine einfache Verknüpfung von zwei WLAN. Zusätzlich können Administratoren Whitelists oder Blacklists erstellen, um bestimmte Webseiten/Ziele auszuschließen oder nur bestimmte Adressen zuzulassen.

HyperWRT ist eine beliebte Firmware gewesen, die insbesondere deutlich mehr Leistung aus dem Router herauskitzeln sollte. Die Entwicklung ist inzwischen eingestellt. Die wesentlichen Komponenten sind in dem Quasi-Nachfolger Tomato aufgegangen.

Die Macher des linuxbasierten LEDE
greifen auf OpenWrt zu und haben dieses weiterentwickelt. Sie möchten insbesondere einen schnelleren Upgrade-Support und eine kontinuierlichere Weiterentwicklung garantieren. LEDE ersetzt bestehende Firmware von Routern, aber auch anderen Geräten komplett. Es gilt als sehr stabil, leistungsstark und besonders sicher. Es verhindert außerdem unter anderem firmwareseitig Popups und Werbeeinblendungen. Enthalten sind zum Beispiel Funktionen wie VPN, sichere Internetzugriffe ohne hinterlassene Spuren, geschützte Gast-Zugänge mit Passwort und Zeitkontingente.

libreCMC steht für eine geräteunabhängige Benutzeroberfläche. Dennoch liegt ein wesentlicher Schwerpunkt im Einsatz auf Routern. Die Besonderheit von Libre ist die absolute Kontrolle von Software und Einstellungen auf den Geräten.

Roofnet ist eher ein Übertragungsprotokoll als eine Firmware. Dennoch kommt der Code auf Routern zur Anwendung. Er verbindet zwei Arten von Übertragungswegen der Datenpakete im WLAN und sichert so die Datenströme ab. Zusätzlich ist es möglich, Prioritäten für Datenpakete zu setzen. Roofnet richtet sich an erfahrene Nutzer, die aus ihrem Router mehr Leistung herausholen möchten.

Warum ist eine alternative Firmware für Router überhaupt sinnvoll?

Die wichtigste Frage, die Sie sich vielleicht stellen: Warum sollten Sie überhaupt eine andere als die Original-Firmware für Router nutzen? Zum einen funktioniert eine Open-Source-Firmware mit fast allen erhältlichen Routern – auch mit älteren Modellen. An dieser Stelle kommt ein erster wichtiger Punkt: Viele Hersteller von WLAN-Routern unterstützen Geräte nur eine gewisse Zeit mit Updates. Die technische Entwicklung war in den letzten Jahren bei WLAN-Spezifikationen jedoch nicht so rasant, dass ständig neue Geräte erforderlich wären. So haben viele Nutzer alte Geräte, die deren Hersteller aber nicht mehr mit aktualisierter Software unterstützen. Daher können unter anderem Sicherheitsprobleme durch nicht geschlossene Lücken entstehen.

Zum anderen gibt es zwei weitere Aspekte. So ist die Original-Software häufig mit vielen Funktionen überfrachtet, die nicht erforderlich sind oder leistungsstarke Optionen sind unterdrückt. Mit alternativen Router-Firmwares gewinnen Nutzer Performance-Vorteile. Außerdem lasse sich unter anderem eigene, spezielle Einstellungen wie ein Anmeldebildschirm für ein offenes WLAN in einem Café oder in der Nachbarschaft mit alternativer Software leichter erstellen. Speziell die Hoheit über die technische Konfiguration und der Zugriff auf sonst versteckte oder bisher unterdrückte WLAN-Einstellungen sind bei einer Open-Source-Lösung für Router-Firmware vorteilhaft.

Was ist eine Open-Source-Router-Firmware für Router?

Open Source bedeutet, dass der Programmiercode offen liegt. Dadurch gibt es enorme Vorteile. Auf diese Weise lassen sich Fehler frühzeitig aufspüren und durch geeignete Änderungen ausmerzen. Während bei einem geheimen Code Angreifer gefundene Fehler über Monate ausnutzen können, greift bei Open-Source-Projekten häufig eine Community ein und schließt Fehler, bevor Angreifer sich diese massenhaft und über einen längeren Zeitpunkt zunutze machen können.

Durch Input von außen wird auch die Entwicklung vorangetrieben. Zusätzlich können Programmierer für Projekte Zusatzmodule schreiben. Open Source bedeutet eine schnellere und tendenziell sicherere Entwicklung. Linux und Android sind zum Beispiel sehr bekannte Open-Source-Projekte. Das Gegenteil – bekannte Closed-Source-Projekte – sind Windows und Apples iOS.

Ein weiterer Vorteil von quelloffenen Entwicklungen ist, dass Nutzer diese leichter nach eigenen Wünschen anpassen können. Während Original-Hersteller zum Beispiel nur wenig Spielraum lassen, bieten Entwickler von freier Software häufig die Möglichkeit zum Anpassen des Systems. Auch die Dienstleistersuche und der Umstieg von und zu Open-Source-Programmen sind grundsätzlich leichter.

Wichtig: Offener Code ist nicht zwangsläufig identisch mit kostenloser Software. Es gibt auf Open Source basierende Programme, für die Kunden bezahlen müssen.

Was ist eine Closed-Firmware für Router?

Closed-Source-Firmware ist das Gegenteil von offenem Quellcode. Der Hersteller bzw. Programmierer gibt seinen Code nicht frei. Das heißt: Dieser ist von außen nicht einsehbar. Somit ist es Dritten nicht möglich, Änderungen daran vorzunehmen. Dieses geschlossene System hat Vorteile. Zum Beispiel ist eine absolute Kompatibilität zum Gerät gegeben und die Software wird im Interesse des Herstellers und passend zu zukünftigen Spezifikationen entwickelt.

Welche Probleme bringt eine Closed-Router-Firmware mit sich?

Ein wesentlicher Nachteil ist jedoch, dass nur der Herausgeber und sein Team Änderungen daran vornehmen können. Bei einer Router-Firmware hängen die Funktionalität des Gerätes sowie alle Änderungen ausschließlich am Hersteller. Niemand sonst kann die Software anpassen oder verbessern. Das macht sich spätestens dann bemerkbar, wenn ein Nutzer eine individuelle Anpassung wünscht. Ebenso ist ein dramatischer Schnitt das Einstellen des Supports für die Firmware. Üblicherweise gibt es nach einigen Jahren keinen Support mehr. Bei einer geschlossenen – „geheimen“ – Programmierung kann daher kein Dritter eine Lösung bieten, nur der Hersteller selbst.

Closed-Source-Anwendungen haben außerdem häufig das Problem, dass Fehlerbehebungen der Weiterentwicklung nachgeordnet sind. Ihre Kapazitäten nutzen die Hersteller häufig lieber zum Programmieren neuer Funktionen oder Aktualisierungen. Dadurch können zeitliche Support-Lücken für Probleme oder Sicherheitslücken entstehen. Sicherheit ist ein weiteres Manko: Zwar müssten Angreifer mit blinden Versuchen Lücken identifizieren. Finden Sie diese aber, bleiben Hacks von Systemen häufig länger unentdeckt.

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