Sicher im öffentlichen WLAN surfen und schützen
Hotspots sind öffentliche Einwahlpunkte in ein WLAN. Das bedeutet, jeder kann sich in das Internet einloggen. Viele Ladengeschäfte oder Cafes, aber auch große Unternehmen wie die Deutsche Bahn bieten solche öffentliche Zugänge – meistens kostenlos. Der Nutzer wählt sich mit einem zugewiesenen Passwort oder öffentlichen Kennwort in das WLAN ein. Im Prinzip ist dieses System vergleichbar mit Gästen, die in den heimischen vier Wänden um das Passwort zum WLAN bitten, um kurz im Web zu surfen oder E-Mails abrufen zu können. Was zu Hause aber noch harmlos wirkt oder auf Vertrauensbasis funktioniert, ist im öffentlichen WLAN eine Gefahr. Denn die eigenen Daten können gelesen oder sogar abgefangen werden. Um die Privatsphäre oder sogar eigene Dateien zu schützen, sind im öffentlichen WLAN besondere Verhaltensregeln sinnvoll.

Problem: Öffentliche WLAN sind unsicher!

Das Problem ist, dass öffentliche WLAN-Zugänge unsicher sind. Denn jeder Cyber-Kriminelle kann ohne großen Aufwand über bestimmte mitgesendete Daten der eingeloggten Personen versuchen, Zugriff auf deren Notebook, Tablet oder Smartphone zu bekommen. Dazu nutzen Sie u. a. Angriffs-Apps oder simulieren eine Kopie des WLAN-Netzes, über die sie fremde Geräte nach dem automatischen Verbinden kapern können. So schön freie Zugänge ins Internet sind: Kriminelle wissen um diesen Vorteil.

7 Regeln für sicheres Surfen im öffentlichen WLAN

Genau das macht öffentliche Hotspots so gefährlich. Die folgenden Regeln sollten Sie daher unbedingt befolgen, um nicht Opfer von Hackern und anderen Verbrechern zu werden.  

1. Updates automatisch installieren

Es klingt wie eine langweilige Wiederholung einer Selbstverständlichkeit, aber dennoch folgen viele Nutzer dieser Regel nicht: Updates für das Betriebssystem, den Browser, das E-Mail-Programm und den – hoffentlich vorhandenen – Virenschutz sollten automatisch erfolgen oder regelmäßig installiert werden. Schützen Sie sich, indem Sie nicht nur bekannte und wichtige Programme stets aktuell halten. Minimieren Sie die Angriffsfläche, indem Sie alle installierten Apps und Programme regelmäßig automatisch aktualisieren.  

2. Virenschutz ist auch mobil Pflicht

Obwohl das Smartphone oder Tablet eine so wichtige Rolle im Leben einnimmt, gibt es eine große Zahl von Nutzern, die keinen Virenschutz installiert haben. Sollten Sie dazu gehören, holen Sie dieses Versäumnis nach. Es gibt mehrere kostenlose Apps, die relativ gut vor Viren, Trojanern und Angriffen schützen. Noch sicherer gehen Sie mit einem vollwertigen Antivirus-Programm. Was auf dem PC Standard ist, ist für alle mobilen Geräte Pflicht. Mit entsprechender Software verhindern Sie im öffentlichen WLAN insbesondere das Ausspähen durch Spionage-Programme.  

3. Deaktivieren Sie das automatische Einwählen

Es ist äußerst bequem, wenn Ihr Gerät sich zu Hause automatisch in verfügbare Netzwerke einwählt. Unterwegs sollten Sie diese Funktion jedoch deaktivieren. Denn es besteht sonst die Gefahr, dass Ihr Smartphone, Tablet oder Notebook sich mit einem ungewünschten WLAN verbindet und dort detaillierte technische Daten preisgibt. Kriminelle täuschen daher häufig ein offenes Netzwerk vor, um dann Daten abzufangen. Das Deaktivieren der automatischen Einwahl ist ein Plus beim Schutz.  

4. Keine Bluetooth-Verbindungen zulassen

Gleiches wie für das automatische Einwählen gilt für Bluetooth-Verbindungen. Deaktivieren Sie das Zulassen von solchen Verbindungen mit anderen Geräten. Sonst fällt es Angreifern leichter, sich in Ihr Gerät einzuhacken.  

5. Keine Passwörter im öffentlichen WLAN eingeben

Schnell mal eine Überweisung tätigen, in einen Account einloggen oder eine E-Mail abrufen: In allen Fällen senden Sie ein Passwort mit Ihrem Benutzernamen. Vermeiden Sie solche brisanten Aktivitäten in einem öffentlich zugänglichen WLAN. Denn Kriminelle könnten die Nutzernamen und Passwörter ausspähen. Beschränken Sie Ihre Aktivitäten auf „unverfängliches“ Surfen.  

6. Verschlüsselung: Auf das „S“ in „https“ achten

Wenn Sie sich in einen Account einloggen, vergewissern Sie sich, dass Ihre Daten verschlüsselt übertragen werden. Das ist im öffentlichen WLAN keine Garantie, dass diese nicht mitgelesen oder umgeleitet werden könnten. Aber Sie schützen die Daten durch die Verschlüsselung vor dem direkten Zugriff. Der Angreifer müsste diese erst decodieren. Achten Sie daher speziell auf eine sichere Ende-zu-Ende-Verschlüsselung beim Surfen. Geben Sie persönliche Daten nur auf Webseiten ein, die mit „https“ starten. Das „S“ steht für „sicher“ bzw. eine Verschlüsselung.  

7. Eigenes VPN einrichten

Die Königsdisziplin beim Schutz im öffentlichen WLAN ist ein eigenes VPN. Die Abkürzung steht für virtuelles privates Netzwerk. Über Apps und Online-Dienste können Sie kostenlose oder kostenpflichtige VPN-Angebote wählen. Diese bauen sozusagen einen Tunnel auf, durch den Ihre Daten verschlüsselt und ohne Absenderzuordnung (sofern Sie keinen Namen öffentlich nutzen) gesendet werden. Zwar besteht ein Restrisiko, dass Angreifer die Daten erhaschen können, diese sind dann jedoch verschlüsselt. Eine Alternative zu Drittanbieterlösungen ist ein eigenes VPN, das bspw. über den eigenen Festnetzanschluss realisierbar ist, sofern die technischen Voraussetzungen bestehen. VPN ist kein Allheilmittel, verhindert aber das einfache Mitlesen oder Aufzeichnen von gesendeten Datenströmen. Bei der Einwahl über einen Hotspot schützt ein VPN daher relativ effektiv gegen Spähangriffe.

Was sieht der Hotspotanbieter beim öffentlichen Surfen?

Ein offenes WLAN bietet dem Betreiber und mitlesenden Dritten viele Möglichkeiten. Über Protokolle und Auflistungen von Datenströmen ist es grundsätzlich möglich, alle Surfaktivitäten von einem Gerät aus zu erkennen und zu filtern. Webseitenbesuche, übermittelte Passwörter, IP-Adressen, Gerätenamen und sogar gesendete Dateien können ggf. zugeordnet und nachvollzogen werden. Diese WLAN-Protokolle sind nicht nur für Anbieter interessant, sofern sie diese missbrauchen, sondern auch für Hacker und andere Kriminelle. Wenn Sie sich an die genannten Regeln halten, können Sie auch beim Surfen im öffentlichen WLAN Ihre Privatsphäre wahren. Ein Restrisiko im öffentlichen Raum besteht immer, allerdings müssen Sie es Angreifern nicht unnötig leicht machen.  
Sicher im öffentlichen WLAN surfen und private Daten schützen
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Andre

André ist Inhaber von DSLVergleich.net. Er ist mit dem Internet aufgewachsen und trotzdem noch fast normal geblieben. Folgen Sie ihm auf Twitter unter @andreriechert

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