LTE-Router im Test: WLAN mit mobilem Internet

Ein leistungsstarker Internetanschluss ist nicht in jedem Winkel der Republik möglich. In einigen Bereichen ermöglichen die bestehenden Telefon- und Kabelnetze nur mäßige Geschwindigkeiten. In solchen Fällen kann Internet per LTE eine echte Alternative sein. Der deutliche Ausbau des LTE-Netzes ermöglicht es Nutzern, auch in abgelegenen Regionen einen schnellen Internetanschluss zu bekommen. Der Zugang funktioniert dann über das Mobilfunknetz per LTE. Zwischen Mobilfunknetz und heimischen WLAN müssen Sie allerdings einen LTE-Router schalten.

Ein LTE-Router ähnelt technisch stark einem DSL-Router. Das Gerät erzeugt ein WLAN, in dem die eingewählten Geräte automatisch mit dem mobilen Internet verbunden sind. Damit entspricht die Grundfunktion der eines DSL-Routers. Allerdings gibt es entscheidende Unterschiede. So ist in einem LTE-Router das Modem integriert und Sie benötigen eine SIM-Karte. Wichtig ist ebenfalls die Unterscheidung der Mobilfunkstandards. Um LTE zu empfangen, muss der Router die 4G-Übertragung unterstützen, also ein echter LTE-Router sein. UMTS-Router (3G) ermöglichen ebenfalls Zugriff auf das Mobilfunknetz, unterstützen aber keine LTE-Geschwindigkeit.

LTE-Router: Test und Empfehlungen

An dieser Stelle möchten wir Ihnen drei Top-Geräte aus der Rubrik LTE-Router vorstellen. Je ein Gerät für die Mittelklasse und für den High-End-Bereich sowie ein Einsteigergerät.

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Tipp für die Mittelklasse: Huawei B593s-22 4G
56 Bewertungen
Tipp für die Mittelklasse: Huawei B593s-22 4G
Wenn Sie ein gutes LTE-WLAN aufbauen möchten, ist der Huawei B593s-22 4G-LTE-Mobilfunkrouter eine gute Wahl. Er ermöglicht eine Bandbreite von bis zu 150 MBit/s im Download und bis zu 50 MBit/s im Upload. Neben LTE-Betrieb kann der Router auch auf UMTS umgestellt werden. Der LTE-Router von Huawei verfügt über zwei SMA-Anschlüsse für externe Antennen, zwei analoge Telefonanschlüsse sowie vier Kabelbuchsen für weitere Endgeräte. Der B593s-22 unterstützt unter anderem den WLAN-Standard 802.11n.

Tipp für den High-End-Bereich: AVM FRITZ!Box 6840 LTE
162 Bewertungen
Tipp für den High-End-Bereich: AVM FRITZ!Box 6840 LTE
Eine echte Empfehlung für ein leistungsstarkes Highspeed-LTE-WLAN ist die AVM FRITZ!Box 6840 LTE. Der LTE-Router ermöglicht Geschwindigkeiten von bis zu 300 MBit/s und arbeitet in den Frequenzbereichen 2,4 GHz und 5 GHz. Die Übertragung ist sicher verschlüsselt und Ihre SIM-Karte können Sie sehr leicht von außen einschieben. Anschlüsse stehen für eine analoge Telefonanlage/ein analoges Telefon, DECT-Basen, vier Ethernetkabel sowie ein USB-Gerät zur Verfügung. Die FRITZ!Box 6840 LTE beinhaltet außerdem komfortable Telefon- und WLAN-Optionen.

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Tipp für Einsteiger: TP-Link TL-MR3420
552 Bewertungen
Tipp für Einsteiger: TP-Link TL-MR3420
Der TL-MR3420 LTE-WLAN-Router von TP-Link ist ein leicht zu bedienender Allrounder für kleine Heimnetze. Er verfügt Dank des WLAN-Standards 802.11n über eine Bandbreite von bis zu 300 MBit/s, die ein leistungsstarkes WLAN verspricht. Eine sichere WPA2-Verschlüsselung gehört ebenso zum Leistungsumfang wie doe freie Verteilung der Bandbreite auf bestimmte Geräte. Ein besonderes Plus: Der Router springt bei Schwierigkeiten im LTE-Netz automatisch auf UMTS. Das bedeutet ein störungsarmes mobiles WLAN.

FAQ: Das sollten Sie über LTE-WLAN-Router wissen

Ein LTE-WLAN-Router ist ein Gerät mit SIM-Karte, das einerseits als Modem eine Verbindung in das schnelle LTE-Netz aufbaut. Andererseits baut es ein WLAN auf, in das Sie sich wie bei einem normalen Internetanschluss mit Ihren Endgeräten einwählen können. Der wesentliche Unterschied zu einem DSL-Router ist die doppelte Funktion als Modem und Router. Mit einem solchen Gerät können Sie einen langsamen DSL-Anschluss ersetzen oder als Backup-Lösung Ausfälle kompensieren. Im mobilen heimischen WLAN sind Anwendungen wie Streaming, Online-Spiele oder Internet-TV möglich.

LTE steht für Long Term Evolution und ist ein Übertragungsstandard im Mobilfunk. Er wird auch 4G genannt. Das LTE-Netz ermöglicht derzeit Download-Geschwindigkeiten von bis zu 300 MBit/s. Diese Bandbreite bietet allerdings (01/2016) bisher nur die Telekom. Zukünftig ist durch technische Erweiterungen eine Geschwindigkeit von bis zu 1 GBit/s denkbar. Das LTE-Netz ist in Deutschland fast flächendeckend ausgebaut, allerdings gibt es in ländlichen Regionen noch immer weiße Flecken. Voraussetzung zur Nutzung ist ein Vertrag mit einem Mobilfunkanbieter, der Internet per LTE anbietet.

UMTS-Router und LTE-Router unterscheiden sich in einem wesentlichen Punkt. Während ein LTE-Router abwärtskompatibel ist und auch im UMTS-Netz arbeitet, kann ein UMTS-Router kein LTE-Empfangen. Das bedeutet: Ein UMTS-Router bietet Ihnen ein schwächeres Internet mit je nach technischer Spezifikation maximal 14,4 MBit/s oder zukünftig 42,2 MBit/s. Gute LTE-Router können Sie übrigens nicht nur für beide Netze nutzen, sondern diese schalten auch automatisch zwischen LTE und UMTS um, wenn das LTE-Netz temporär nicht verfügbar ist.

Häufig finden Sie Zusatzbezeichnungen wie Dual-, Tri- oder Quadband. Damit sind Frequenzbereiche im Mobilfunk gemeint. Dualband bedeutet, dass der Router im Frequenzbereich von 900 MHz und 1800 MHz arbeitet. Das ist in Europa Standard für LTE. Das Triband schließt die Frequenz von 1900 MHz ein, die in Nordamerika verbreitet ist. Im Quadband kommt der Frequenzbereich um 850 MHz hinzu. Auch dieses Frequenzband ist in Nordamerika verbreitet. Sie müssen diese Angaben i. d. R. nur beachten, wenn Sie Import-Geräte kaufen oder den Router im Ausland nutzen möchten. Die europäischen Dualband-Geräte funktionieren in Deutschland ebenso wie Tri- und Quadband-Router.

Der LTE-Router baut lediglich eine Verbindung ins Internet und das heimische WLAN auf. Die Abrechnung für den Internetzugang erfolgt nach Ihrem Vertrag mit einem Mobilfunkanbieter. Nutzen Sie eine Datenflatrate mit Obergrenze, drosselt Ihr Mobilfunkanbieter die Bandbreite nach deren Erreichen auf meist maximal 53,6 kBit/s. Achten Sie daher beim Einrichten eines mobilen WLAN auf eine ausreichend große Datenflatrate. Denn viele Internetanwendungen sind datenhungrig und ein zu knapp bemessenes Datenvolumen ist schnell aufgebraucht.

Das LTE-Netz ermöglicht technisch Downloadgeschwindigkeiten von bis zu 300 MBit/s. Die Telekom hat Teile Ihres Netzes entsprechend ausgebaut, die anderen Netzbetreiber folgen. Häufig erreichen Sie aber „nur“ maximal 150 MBit/s. Abhängig ist diese Netzgeschwindigkeit von Ihrem Standort, der Entfernung zum nächsten Sendemasten sowie bauliche Hindernisse. Moderne LTE-Router können diese Geschwindigkeit problemlos nutzen und in das WLAN abgeben. Achten Sie auf den WLAN-Standard. Ideal sind 802.11n oder sogar 802.11ac. Ältere Standards bremsen Ihr Netz unnötig aus.
LTE-Verbindungen sind für Störfaktoren wie Wetter oder Hindernisse anfällig. Versuchen Sie bei mäßiger Leistung zunächst den LTE-Router anders zu platzieren. Schon kleine Veränderungen können spürbare Unterschiede bewirken. Nutzt ihr LTE-Router zwei Antennen, drehen Sie eine in einen 90-Grad-Winkel zur anderen. Das bietet häufig den besten Empfang. Wenn Sie auf diese Weise keine Erfolge erzielen, ziehen Sie eine zusätzliche externe Außenantenne in Betracht und richten Sie diese aus. Ist der Empfang am Router gut, aber im WLAN nicht, sollten Sie einen WLAN-Repeater nutzen, um die Reichweite zu erhöhen.
LTE-Router im Test: WLAN mit mobilem Internet
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