DSL Alternativen
DSL ist der verbreitete „Standard“ bei Internetanschlüssen. Die Leitung wird dabei über einen vorhandenen Telefonanschluss realisiert. Genau hier liegt ein Problem. Denn bei alten Kupferleitungen, die eine sehr große Strecke zum letzten Verteilerkasten des Netzanbieters überbrücken müssen, sinkt die verfügbare Bandbreite rapide. Eine DSL-Alternative wäre dann sinnvoll. Denn besonders in ländlichen Regionen, aber auch in bestimmten Straßenzügen von Städten kommt es in alten Leitungsnetzen zu einer Unterversorgung mit schnellem Internet. Bandbreiten von unter 6 MBit/s oder sogar nur 1 MBit/s sind in diesen Fällen leider Realität. Was also tun, wenn kein DSL verfügbar ist oder die technisch mögliche Bandbreite „unterirdisch“ schlecht ist?

Die Telekom sowie einige Regionalanbieter bauen zwar ihr Netz (mit Vectoring oder Glasfaserkabel) aus. Dennoch gibt es schon jetzt vielerorts leistungsstarke DSL-Alternativen, die preislich attraktiv und technisch einer langsamen DSL-Leitung in vielen Punkten überlegen sind. Welche Alternativen zum Internet über Telefon sind dies?

Info: Die folgenden DSL-Alternativen sind keine Anschlussalternativen, sondern technische bzw. strukturelle Unterschiede beim Empfang von Internet über Telefonleitung:

ISDN

Vereinzelt noch vorhanden.

VDS/ADSL

DSL-Spezifikationen.

Vectoring

Beschleunigtes DSL über Kupferkabelleitungen.

Glasfaser

FTTB/FTTH – andere Kabelart.

DSL-Alternative Kabel-Internet

Eine sehr beliebte und günstige Alternative zu einem DSL-Anschluss über die Telefonleitung ist Kabel-Internet. Dabei realisiert der Anbieter von Kabel-TV Internet (und ggf. Telefon) über den vorhandenen Kabelanschluss. Für die Kunden ändert sich in erster Linie der Standort des Modems. Denn dieses hängt nicht mehr an der Telefonbuchse, sondern direkt an der TV-Buchse.

 

Die durch Kabel-Internet erreichbaren Geschwindigkeiten sind beeindruckend und liegen meistens deutlich höher als bei einem normalen DSL-Anschluss. 30 oder 50 MBit/s sind je nach Region das Minimum. Speziell in Städten erreichen die Kabelnetzbetreiber 100 Mbit/s und mehr. Es ist durch bereits vorhandene Angebote in Ballungsräumen abzusehen, dass Kabel-Internet zukünftig in vielen Regionen Übertragungsgeschwindigkeiten von 250 bis 450 MBit/s bieten wird.

 

Die meistens günstigen Preise sind möglich, weil Internet eine „Zweitverwertung“ von vorhandenen Leitungskapazitäten für die Versorgung mit Kabelfernsehen ist. Das ist jedoch auch ein Nachteil. Denn bei Vollauslastung einzelner Netzcluster in zum Beispiel Stadtvierteln oder Straßenzügen durch viele Power-User oder überdurchschnittlich viele Kunden im Netz kann es zu Leistungseinbußen kommen. In der Praxis sind diese jedoch selten.

Tipp: Kabel-Internet kann sich nicht nur für Nutzer in mäßig mit DSL versorgten Gebieten lohnen, sondern durch günstige Preise auch für Sparer und durch häufig gute Pingwerte für Gamer.

Vorteile von Kabel-Internet

  • Schnelle Datenübertragung
  • häufig günstige DSL-Alternative
  • ein Rechnungspartner für TV, Telefon und Internet

Nachteile von Kabel-Internet

  • ggf. neues Modem erforderlich
  • nicht überall verfügbar
  • große Nutzerzahl kann langsamere Geschwindigkeit bedeuten

DSL-Alternative Internet per LTE/UMTS (Mobilfunk)

Eine weitere an Bedeutung gewinnende DSL-Alternativ ist Internet per Mobilfunk. Durch den guten Netzausbau der vergangenen Jahre sind UMTS und LTE in vielen Regionen verfügbar, LTE gilt sogar statistisch fast als flächendeckend realisiert. Da LTE je nach Standort im Regelfall bis zu ca. 100 MBit/s erlaubt und punktuell sogar Geschwindigkeiten von 200 MBit/s und mehr, bietet das Mobilfunknetz inzwischen eine sehr gute Alternative zu einer langsamen DSL-Leitung.

 

Die Sache hat jedoch mehrere Haken. Die Anschlüsse sind vergleichsweise teuer und beinhalten in der Regel keine Datenflatrate. Das heißt: Wer über die DSL-Alternativen UMTS oder LTE surfen möchte, muss bei fast allen Anbietern mit einem eher schmal bemessenen Datenpaket auskommen und nach dessen Ausschöpfen mit einer Drosselung auf eine sehr langsame Geschwindigkeit. Daher ist diese Internettechnik in erster Linie an Orten zu empfehlen, an denen DSL sehr langsam ist und keine Alternativen wie Hybrid-DSL oder Kabel-Internet vorhanden sind.

 

Technisch funktioniert der Anschluss ein mobiler Internetzugang auf einem Tablet. Allerdings wird hier kein Stick, sondern ein spezieller (LTE-/UMTS-) Router vorgeschaltet. Dieses kommuniziert die Datenströme mit dem Mobilfunknetz und baut dann das typische LAN/WLAN auf.

Tipp: Der LTE-Router sollte UMTS und LTE unterstützen, sofern der Vertrag beide Empfangsarten ermöglicht. Dann bleibt der Kunde unabhängig, wenn eines der Netze ausfällt.

Vorteile von Internet per LTE

  • an vielen Orten verfügbar
  • Geschwindigkeiten von bis zu ca. 100 Mbit/s

Nachteile von Internet per LTE

  • keine Flatrate
  • besondere Technik erforderlich
  • anfällig für Störungen/Bandbreitenschwankungen

DSL-Alternative Internet per Hybrid

Eine Mischung aus DSL und Internet per LTE ist Hybrid-DSL. Damit versuchen Anbieter, in schwach erschlossenen Regionen langsame Leitungen durch die Vorzüge von LTE zu kompensieren. Technisch ist Hybrid-DSL ein Zwitter. Der Nutzer hat einen ganz normalen Internetanschluss. Zusätzlich erhält er einen LTE-Router. Beim Surfen werden nun kleine Datenpakete – meistens die reinen Datenbefehle – über die Internetleitung geschickt, während die benötigte Bandbreite (bspw. für ein Download eines Mailanhangs oder das Streamen eines Videos) über das LTE-Netz zur Verfügung gestellt wird. Anders als bei DSL per LTE gibt es bei Hybrid-Angeboten bisher selten eine Datenobergrenze oder -drosselung. Dennoch ist die Technik auch aus Anbieterseite nur eine Übergangslösung für bestimmte Regionen ohne schnelle DSL-Leitungen.

Vorteile von Hybrid-DSL

  • keine Volumenbegrenzung
  • Geschwindigkeiten von bis zu ca. 100 Mbit/s

Nachteile von Hybrid-DSL

  • Übergangslösung
  • zusätzliche Technik erforderlich

DSL-Alternative per Satellit

Wenn gar keine DSL-Alternative möglich ist, bleibt Satelliten-DSL eine Option. Dabei wird die Internetverbindung wie bei SAT-TV über eine Satellitenschüssel (+ Satellitenmodem) aufgebaut. Die „Leitung“ ist kaum wetteranfällig und die wenigen Anbieter ermöglichen für Privatkunden meistens Bandbreiten um bis zu 20 MBit/s. Eine Flatrate ist überwiegend inklusive.

Allerdings ist DSL per Satellit relativ teuer und zudem aufwendig zu installieren. Hinzu kommt, dass der Telefonanschluss günstiger auf der alten Leitung zu haben ist. Daher sind zwei Anschlusstechniken erforderlich. Ein weiterer Nachteil ist der Übertragungsweg. Durch das Senden und Empfangen über den Erdtrabanten und eine Relaisstation auf der Erde kommt es zu spürbaren Verzögerungen. Für Gamer und Streaming ist diese DSL-Alternative daher trotz ordentlicher Bandbreite kaum geeignet.

Vorteile von Satelliten-DSL

  • nahezu flächendeckend verfügbar
  • Flatrate möglich
  • ordentliche Bandbreite

Nachteile von Satelliten-DSL

  • Verzögerung beim Senden und Empfangen
  • teure Angebote
  • zusätzliche Technik erforderlich

DSL-Alternative Stromleitung/Powerline

Vorweg: Internet aus der Steckdose ist nicht zu verwechseln mit Powerline-Leitungen im Haus. Während bei lokalen Powerline-Leitungen lediglich das Internet über Stromkabel im Haus „verlegt“ wird, ist die DSL-Alternative Internet per Stromleitung ein Anschluss über das Stromnetz des lokalen Netzbetreibers zum Haus. Das Internet kommt also über die Steckdose ins Haus. Dort wird es dann meistens per Powerline weiterverteilt.

In den vergangenen Jahren haben einige städtische Stromversorger mit dieser Leitungstechnik experimentiert und reguläre Tarife angeboten. Die meisten Tarife sind inzwischen vom Markt verschwunden. Denn die Bereitstellung führte u. a. zu erheblichen Problemen mit Funkwellengeräten wie Radios, Handys und Fernseher. In der Praxis hat die DSL-Alternative Internet per Stromleitung daher trotz einiger noch bestehender Angebote keine Relevanz mehr. Es ist aktuell nicht davon auszugehen, dass die Verbreitung dieser Technik noch einmal forciert wird.
Wären die Erfahrungen positiver, hätten Nutzer von zu langsamen DSL-Leitungen eine leistungsstarke Alternative, die nahezu an jedem Ort verfügbar gewesen wäre. So bleiben Kabel-Internet, Internet per Mobilfunk (UMTS/LTE), Hybrid-DSL und DSL per Satellit je nach lokaler Situation die besten Optionen, um von einem leistungsschwachen Anschluss zu einer anderen Übertragungstechnik zu wechseln.

Welche Alternativen zu DSL gibt es?
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Andre

André ist Inhaber von DSLVergleich.net. Er ist mit dem Internet aufgewachsen und trotzdem noch fast normal geblieben. Folgen Sie ihm auf Twitter unter @andreriechert

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