DSLVergleich.net erklärt: Glasfaser

Es gibt viele Möglichkeiten, einen Internetzugang zu realisieren. Die modernste ist ein Glasfaserkabelanschluss. Diese Technik unterscheidet sich in wesentlichen Punkten von einem typischen DSL-Anschluss über den verbreiteten Kupferkabelanschluss. Der wichtigste Aspekt ist die enorme Überlegenheit eines Glasfaserkabels beim Datendurchsatz. Glasfaseranschlüsse sind also deutlich schneller.

Wie funktioniert ein Internetanschluss über Glasfaserkabel?

Vereinfacht: Bei einer Internetleitung über Glasfaserkabel werden die Datenpakete mit Lichtwellen durch das Kabel geschickt. Diese Technik ist deutlich leistungsstärker als die der DSL-Technik mit elektromagnetischen Impulsen durch das Kupferkabel. Das macht sich für Kunden in einer deutlich größeren möglichen Bandbreite bemerkbar. Während beim Kupferkabel über das bisherige Telefonnetz Stand 2017 vielerorts nur 16 oder 32 MBit/s, maximal jedoch 50 oder 100 MBit/s möglich sind, können die Internetanbieter über Glasfaserkabelanbindungen schon jetzt teilweise die zehnfache Geschwindigkeit realisieren. 1 GBit/s sind technisch möglich und weitere Aufrüstungen werden zukünftig noch deutlich mehr Bandbreite zulassen.

Ausbau: Ist überall ein Internetzugang mit Glasfaser möglich?

Die Sache hat nur einen Haken: Trotz Ausbau des Glasfasernetzes ist nicht überall ein Glasfaserkabelanschluss verfügbar. Zudem ist nicht jeder DSL-Anschluss über Glasfaser ist ein echter Glasfaserkabelanschluss. Was heißt das?

Das Internet wird in Deutschland überwiegend über das Telefonnetz der Telekom realisiert. Dieses besteht aus „Glasfaserkabel-Autobahnen“, die sich teilweise weiträumig verzweigen sowie kleinen Abzweigungen aus Kupferkabel und den meistens ebenfalls aus Kupferkabel bestehenden Verbindungen an das zu erschließende Gebäude. Auf den Kreuzungen dieser Datenstraßen sind Verteilerkästen/Vermittlungsstellen. Die an einem Haus verfügbare Bandbreite richtet sich grob gesagt nach der Länge des Kupferkabels zwischen Hausanschluss und dem letzten Verteilerkasten (die sog. „letzte Meile“). Je länger die Strecke, desto geringer die Bandbreite.

Was ist VDSL/DSL mit Vectoring? Die Telekom baut ihr Netz aus. Um eine größere Bandbreite zu ermöglichen, setzt der Marktführer auf mit der Vectoring-Technik beschleunigte Kupferkabel zum angeschlossenen Gebäude. Diese Anschlüsse bieten eine hohe Geschwindigkeit, ohne jedoch das zukunftssichere und leistungsstärkere Glasfaserkabel zu nutzen.

Da die Telekom fast überall das Monopol auf die sog. „letzte Meile“ hat und dort meistens Kupferleitungen zum angeschlossenen Haus nutzt, handelt es sich bei allen Internetanschlüssen über dieses Kabel überwiegend fast immer um DSL/VDSL oder DSL mit Vectoring. Allerdings gibt es zwei Ausnahmen:
– Einige Gebäude schließt die Telekom zum einen direkt mit Glasfaserkabel an. Hier sind moderne Internetzugänge auf Basis der Glasfasertechnologie möglich.
– Regionale Konkurrenten bauen vielerorts eigene Glasfaserkabelnetze aus und schließen dabei vereinzelt statt der Telekom die Häuser an. Auf diese Weise sind die Konkurrenten bei der Versorgung mit Glasfaseranschlüssen unabhängig von der „letzten Meile“ der Telekom. Sie können eigene Leistungen mit hoher Bandbreite direkt in das Haus ihrer Kunden liefern.

Welche Glasfaserarten gibt es?

In diesem Zusammenhang ist es wichtig, die einzelnen Glasfaserkabelanschlüsse zu unterscheiden. Speziell für Hausbesitzer ist diese Unterscheidung entscheidend. Ausführliche Informationen dazu sind hier zu finden. Denn es gibt verschiedene Glasfaseranschlüsse – „unechte“ und echte.

Unechte Glasfaseranschlüsse

Die Abkürzung FTTC steht für „Fibre To The Curbe“ (Glasfaser bis zum Verteilerkasten). Dabei handelt es sich um einen unechten Glasfaserkabelanschluss. Denn das Kabel endet im Verteilerkasten, der mehrere Straßenzüge entfernt stehen kann. Ab dort laufen nur Kupferkabel zum versorgten Gebäude. Je länger die Strecke, desto langsamer wird die Datengeschwindigkeit. Der Kunde profitiert also nur dann, wenn die „letzte Meile“ extrem kurz ist.

Echte Glasfaseranschlüsse

Echte Glasfaseranschlüsse liegen dann vor, wenn das Gebäude tatsächlich mit Glasfaserkabel erschlossen ist. Dabei gibt es drei Unterscheidungen:

Entscheidet sich der Immobilienbesitzer für einen Glasfaseranschluss, stößt er schnell auf Abkürzungen wie FTTB und FTTC. Diese bezeichnen den Ort des Anschlusses bzw. wie weit ein Glasfaserkabel reicht.

  • FTTH – Fibre To The Home: Das Glasfaserkabel läuft durch Kabelschächte bis in die Wohnungen. FTTH-Lösungen kommen in der Regel in Bürokomplexen sowie sehr großen Mietshäusern zum Einsatz.
  • FTTB – Fibre To The Building: Hier liegt das Glasfaserkabel im Keller bzw. an der inneren Hauswand. Von dort wird es über Kupferleitungen, LAN-Kabel, WLAN/Powerline oder Cat-7-Kabel (Cat-8-Kabel) in die Wohnungen geführt. Diese Weiterführung im Haus.
  • FTTD – Fibre To The Desk. Das ist der Internetturbo für Internetnutzer. Das Glasfaserkabel läuft in der Wohnung bzw. im Büro bis zum gewünschten Arbeitsplatz. Nachteilig ist die Anfälligkeit der Glasfaserkabel für Beschädigungen und der höhere Preis.

Alle drei Varianten sind echte Glasfaserkabelanschlüsse, die in der Regel auch identisch abgerechnet werden. Der Unterschied ist die bautechnische Weiterführung des Kabels im Gebäude durch den Hauseigentümer.

Glasfaser: Worauf sollten Kunden achten?

Der normale Internetnutzer muss weniger auf die Kabelart seines Anschlusses als auf die verfügbare Bandbreite achten. Für ihn zählt der Datendurchsatz, der auch so von den Internetanbietern vorrangig beworben wird.

Mieter sind zudem auf den bereits gelegten Anschluss festgelegt. Eine Änderung ist nur durch den Vermieter möglich. Dazu sind in der Regel Baumaßnahmen erforderlich. Allerdings ist der potenzielle Bandbreitenabfall mit zunehmender Entfernung zum Verteilerkasten bei einem echten Glasfaseranschluss kaum spürbar. Dadurch ist die Glasfasertechnik gegenüber den Kupferdrahtleitungen überlegen.

Für Hauseigentümer und Immobilienunternehmen sowie Bauherren ist ein Umstieg auf einen echten Glasfaserkabelanschluss ratsam. Denn nur diese Leitungsart wird zukünftig eine sichere Bandbreitensteigerung auf 1 GBit/s und mehr bieten. Erreichbar ist dies jedoch nicht mit einem FTTC-, sondern wenigstens mit einem FTTB-Anschluss.

Vor- und Nachteile von LTE-Internet

  • zukunftsweisende Technik
  • große Bandbreite
  • nicht überall verfügbar
  • Kupferkabel auf "letzter Meile" verhindert schnelles FTTB