Wann ist der eigene Internetanschluss zu langsam? Die Bundesnetzagentur hat dazu klare Regeln aufgestellt. Um ein möglichst realistisches Ergebnis zu erzielen, sind dabei klare Voraussetzungen zu erfüllen. Dabei werden Anforderungen insbesondere an die verwendete Hardware beim Kunden formuliert. Grundsätzlich sind mindestens 20 Messungen zu verschiedenen Tageszeiten und an mindestens zwei Tagen vonnöten. Dafür wurde das Onlineportal breitbandmessung.de zur Verfügung gestellt.

Technische Voraussetzung für die Messung der DSL-Geschwindigkeit

Um ein möglichst realistisches Ergebnis zu erzielen, ist eine Messung ausschließlich über LAN-Kabel durchzuführen. Alle anderen Geräte, die so verbunden sind, sind zu trennen und das WLAN auszuschalten. Dafür steht an fast allen Routern ein WLAN-Taster zur Verfügung. LAN-Ersatzlösungen wie Powerline sind ebenfalls zu vermeiden, genauso wie Verteiler (Switch, Hub, ein zweiter Router). Am PC oder Laptop können einzelne Programme wie Firewalls und Antivirenprogramme das Messergebnis negativ beeinflussen. Diese lassen sich zeitweise deaktivieren. Dasselbe gilt für andere Browserfenster oder -tabs. Der verwendete Router hat ebenfalls einen Einfluss auf das Messergebnis. Einzelne Modelle erreichen nicht die vom Internetanbieter versprochene Leistung, beispielsweise weil diese nicht Vectoring-fähig sind. Welche Voraussetzungen an den Router gestellt werden, lässt sich beim Anbieter erfragen.

Wann ist das Internet wirklich zu langsam?

Grundlage für die Frage, wann das Internet wirklich zu langsam ist, ist das sogenannte Produktinformationsblatt des Internetanbieters, das im Online-Kundencenter einsehbar ist beziehungsweise per Auftragsbestätigung mitgesendet wurde. Hier ist genau definiert, welche Geschwindigkeit der Anbieter dem Kunden verspricht. Anfang Juli 2017 veröffentlichte die Bundesnetzagentur eine genaue Beschreibung, wann das Internet zu langsam ist. Laut der BNA liegt dies vor, wenn:
„- nicht an mindestens zwei Messtagen jeweils mindestens einmal 90 Prozent der vertraglich vereinbarten Maximalgeschwindigkeit erreicht werden oder – die normalerweise zur Verfügung stehende Geschwindigkeit nicht in 90 Prozent der Messungen erreicht wird oder – die vertraglich vereinbarte Mindestgeschwindigkeit an mindestens zwei Messtagen jeweils unterschritten wird.“

Lassen sich auch WLAN- und LTE-Verbindungen testen?

Wer seine drahtlose Verbindung testen möchte, hat über breitbandmessung.de ebenfalls die Möglichkeit, eine Messung durchzuführen. Erkennt das System, dass es sich um eine WLAN-Verbindung handelt, wird das Ergebnis allerdings nicht zur Bewertung herangezogen. Durch Störeinflüsse verringert sich die WLAN-Geschwindigkeit teilweise erheblich, was allerdings nicht im Verantwortungsbereich des Anbieters liegt. Mit der breitbandmessung.de-App lässt sich die LTE-Geschwindigkeit am Smartphone oder Tablet auch über LTE messen. Dabei ist allerdings zu beachten, dass eine Messung innerhalb des Gebäudes, insbesondere in Zimmer ohne Fenster, im Souterrain oder Keller, immer langsamer ist als vor dem Gebäude.
Wann ist ein Interenetanschluss zu langsam?
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Andre

André ist Inhaber von DSLVergleich.net. Er ist mit dem Internet aufgewachsen und trotzdem noch fast normal geblieben. Folgen Sie ihm auf Twitter unter @andreriechert